Jojo und Karlas Eindrücke von einem ganz besonderen Wiedersehen…

 

 

Seit vielen Jahren entsendet der Kinderdorf Mbigili, Tansania e. V. jedes Jahr zwei Freiwillige nach Tansania. Für ganze zwölf Monate leben sie im Kinderdorf, helfen bei den täglichen Aufgaben, spielen mit den Kindern und sind so Bezugspersonen, Freund:innen und Lehrer:innen in einem. Diese Zeit ist für beide Seiten oft sehr intensiv und auch nach dem Ende ihres Freiwilligendienstes bleibt der Kontakt zum Kinderdorf bestehen. Immer wieder entscheiden sich ehemalige Freiwillige, aus eigener Initiative noch einmal zurückzukehren und das Kinderdorf erneut zu besuchen.

 

So haben es auch Karla und Jurena gemacht. Beide waren bereits 2023/24 als Freiwillige in Mbigili und sind nun, einige Monate später, zurückgekehrt. Welche Erinnerungen sie geweckt haben, wie die Kinder sie aufgenommen haben und was sie bei ihrem Wiedersehen besonders bewegt hat, davon berichten sie nun selbst…

 

Karla schreibt:
Anfang des Jahres 2025 bin ich in das Kinderdorf zurückgekommen, in dem ich als Freiwillige ein Jahr gearbeitet habe. Es war, als wäre ich nie weggewesen, auch wenn ich erst einmal mein Kiswahili (Amtssprache in Tansania) wieder erwecken musste. Die Kinder lachen und streiten auf die gleiche Weise. Sie tragen die gleichen Klamotten, nur jetzt an die jüngeren Kinder vererbt. Wir waren gemeinsam in der Umgebung spazieren, haben gemalt und Federball gespielt. Wie in meinem Jahr als Freiwillige des Kinderdorfes, jetzt als Gast, aber nicht weniger Teil dieses wichtigen Projektes.

 

Jurena schreibt:
Auch ich, Jojo, bin dieses Jahr im Juni wieder zurückgekehrt, nach meinem gemeinsamen Freiwilligendienst mit Karla im Jahr 2023 und 2024. Nun durfte ich mich als Besucherin, mit meinem Freund im Schlepptau, erneut wie zu Hause fühlen. Zwar wurde ich mit überraschten Kinderaugen begrüßt, aber auch mit den Worten, ich hätte mich verändert. Doch schnell war anfängliche Schüchternheit beider Seiten verflogen und es wurde wie immer gespielt, gemalt und erzählt. Ich konnte wieder eintauchen in das Leben, das ich für ein Jahr im Kinderdorf führen durfte, und habe die Chance genutzt, bei Tätigkeiten dabei zu sein, für die mir als Freiwillige mit eigenem Arbeitsalltag die Zeit fehlte. So habe ich mit meinem Freund zusammen die Farm besucht und den Hausmüttern beim Kochen über die Schulter schauen dürfen und habe erneut Dinge gelernt. Nach alledem: Abschied zu nehmen wird auch beim zweiten Mal nicht unbedingt leichter.

 

Nun überlasse ich zum Abschluss noch das Wort meinem Freund, der das Kinderdorf bei unserem Besuch das erste Mal erleben durfte:

 

„Schon bei der Ankunft im Kinderdorf wurde ich sehr herzlich empfangen, sowohl von den Kindern, den Hausmüttern als auch vom Management. Die Stimmung war entspannt und fröhlich, überall wurde gespielt und gelacht.
Da gerade Schulferien waren, hatten die Kinder den ganzen Tag Zeit zum Spielen und/oder zum Malen und Basteln.
Besonders beeindruckt hat mich das große, offene Gelände des Kinderdorfs mit weiter Sicht über die umliegenden Berge. Vom Gästehaus aus konnte man direkt auf die Farm blicken. Dort wachsen Bananen, soweit das Auge reicht, und verschiedenstes Gemüse, das die Kinder selbst mitpflegen. Außerdem gibt es Schweine, Kühe, Ziegen und Hühner.
Für mich war das Kinderdorf der letzte Stopp meiner Tansania-Reise. Es war ein Ort, an dem ich noch einmal richtig zur Ruhe kommen konnte. Die Herzlichkeit der Menschen und die schöne Umgebung haben den Aufenthalt zu etwas ganz Besonderem gemacht.“